Wer kennt es nicht, das bunte Treiben im Mauerpark mit der weltberühmten Karaoke-Show des Iren Joe, dem quirligen Flohmarkt, den off-road Straßenmusikanten. Und wer wollte dies nicht erhalten, zumal an einem Ort, wo Geschichte (nicht nur mit Sprühdosen) geschrieben wurde? Der Mauerpark verbindet den ehemals westlichen Wedding mit dem einst östlichen Prenzlauer Berg und so in mehrer Hinsicht zwei unterschiedliche Welten, in denen früher Familien in Sichtweite durch eine Mauer getrennt, in einem geteilten Land lebten.
Und heute findet sie statt, die unausprechliche und wichtige Bezirksverordnetenversammlung des Stadtentwicklungsausschuss’ zur Zukunft des Mauerparks. Und wir hoffen, dass diese im Sinne der Anwohner, Bürger und geschichtsbewussten Zeitgenossen verläuft.
Hier die Situation: Die arme Stadt bzw. das Land Berlin haben bekanntlich keinen Fluss von Geldern und können den Mauerpark nicht vom Immobilieneigner Vivico kaufen, um einen einst geplannten Bürgerpark zu verwirklichen für das durch Besucher aus den Nähten platzende Areal. Nach den unredlichen Wünschen der Immobilienpartei sollen unbebaute Flächen Eigenheimen für die Reichen weichen. Ein mit Bürgerwerkstatt und Parkfreunde-Hilfe erwirkter Kompromiss sieht dagegen Teilbebaung vor, die zudem Wohnraum für sozial Schwächere beinhaltet. Dies ist akzeptabel im Sinne der Freunde des Mauerparks, während die Stiftung Welt-Bürger-Park auf’s Ganze gehen und eine Bebauung gänzlich verhindern will.
Dabei geht es um den üblicherweise bekannten Ost/Südteil mit Flohmarkt und Karaoke-Amphitheater und um den Nord/Westteil hinter dem Gleimtunnel. Auf der östlichen Seite wohnen die idealistischen sozialstarken P-Berger, auf der anderen die volkstrubel-skeptischen sozialschwächeren ‘Weddis’, ganz grob skizziert, versteht sich.
Die Frage also auf’s Ganze gehen oder einem Kompromiss akzeptieren?
Auch wenn ich eher zu den Puristen tendiere, finde ich, der Kompromiss der Parkfreunde hört sich vernünftig an. Höre dazu auch Rainer Krüger, der die ‘reine’ Form der Welt-Bürger-Parkler als riskant, weil möglicherweise Kompromiss verhindernd, erachtet:
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/_/Wie_geht_es_weiter_mit_dem_Mauerpark_.html
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Mauerpark-Tag! Lasst den Grünstreifen nicht schleifen, wir wollen nicht drauf pfeifen (sondern Karaoke singen) – von OTA-Berlin-Blogger Jörn Meyer from OTA Berlin is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Germany License. If you use this article or parts of it, please refer to http://www.ota-berlin.de.
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“Ein mit Bürgerwerkstatt und Parkfreunde-Hilfe erwirkter Kompromiss sieht dagegen Teilbebaung vor, die zudem Wohnraum für sozial Schwächere beinhaltet.”
Zwar ist auch dies keine wirklich gute Idee für den Mauerpark, denn es stellt sich die Frage, ob Wohnungen für wenige den drastischen Mangel an Grünflächen für viele rechtfertigen?
Schwerer wiegt aber die Tatsache, dass die Fata Morgana von “Wohnraum für sozial Schwächere” eine Floskel ist mit der man eine Bebauung als irgendwie menschlich darstellen will. Tatsache ist aber, dass die Neubauten nie und nimmer günstiger Wohnraum werden, zumal ausdrücklich von “Baugruppen” die Rede ist, die allein schon 30.000 Euro Genossenschafts-Einstiegsbeitrag plus mittlere Mieten bedeutet. Welcher “sozial Schwache” soll das denn aufbringen???
Danke für den kompetenten und wertvollen Beitrag. Sicher bedenkenswert.